Hintergrund: Rohstoffe
Öko-Baumwolle boomt vor allem bei den großen Modelabels. Aber auch andere nachwachsende Rohstoffe wie Hanf und Leinen werden wieder stärker nachgefragt und erleben so eine kleine Renaissance. Die Zeiten, in denen man aus solchen Naturfasern nur große, unförmige Zelte produzierte, sind definitiv vorbei.
Auch Kunstfasern können aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden. So wird die für Viskose benötigte Zellulose z. B. aus Bambusfasern oder aus dem Holz von Buchen, Fichten, Eukalyptus oder Pinien gewonnen.
Doch egal, um was für Rohstoffe es sich handelt: Bei jedem Produkt sollte man darauf achten, dass sie nachhaltig hergestellt wurden. Dazu gehören neben dem kontrolliert biologischen Anbau der Rohstoffe auch Aspekte wie Weiterverarbeitung, Transportwege und Arbeitsbedingungen.
Pflanzliche Fasern
Textilfirmen werben gerne mit Slogans wie »100% Naturfasern«. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob die Rohstoffe auch aus ökologischem Anbau stammen. Auch über die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Weiterverarbeitung der Fasern gibt dies noch keine Auskunft. Also genau nachfragen und auf mögliche Gütezeichen achten.
Baumwolle »
Öko-Baumwolle ist »in« und erlebt gerade einen regelrechten Boom. Doch auch bei kontrolliert biologischem Anbau ist der Wasserbrauch enorm. Und durch die langen Transportwege nach Deutschland wird viel Energie benötigt.
Hanf »
Bei Hanf denken viele Menschen immer noch als erstes an Joints und Drogen. Dabei gehörte die Pflanze zusammen mit Flachs lange zu den wichtigsten Rohstoffen für Textilien, bis sie von Baumwolle verdrängt wurde.
Leinen » (aus Flachs)
Die Produktion von Leinen ist sehr aufwendig, kommt dafür aber auch ohne moderne Technik aus. Schon beim konventionellen Anbau werden nur wenig Dünger und Pflanzenschutzmittel verbraucht. In Hessen wird innerhalb eines Projektes seit 2005 Bioflachs angebaut.
Brennnessel »
Auch aus unserem heimischen „Unkraut“ werden schöne, glatte Textilien. Lange Transportwege wie bei Baumwolle werden vermieden. Und Brennnesseln sind so widerstandsfähig, dass auch auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden kann.
Jute (Bastfaser aus der Corchorus-Pflanze)
Bei Jute mag man eher an Teppiche und Säcke denken als an Bekleidungsstücke. An den Füßen kommt sie in fair gehandelten Sandalen aber sehr gut zur Geltung.
Tierische Fasern u.a.
Wolle » (hier vor allem Schafwolle)
Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung ist noch selten. Da Wolle nicht so pflegeleicht hat und von vielen als "kratzig" empfunden wird, wird sie trotz anderer Vorteile nicht so viel eingesetzt wie Baumwolle oder Kunstfasern.
Leder »
Leder ist ein problematisches Material. Zum einen kann es aus bedrohten Tierarten hergestellt sein, zum anderen ist vor allem die konventionelle Herstellung bedenklich. Wir erläutern, worauf man achten sollte.
Coming soon ...
Zu weiteren tierischen Fasern, Kunstfasern und anderen Materialien (z.B. für Knöpfe) werden wir in Zukunft auch informieren. Bitte noch etwas Geduld!
Hickman, Journalist bei der renommierten links-liberalen Tageszeitung Guardian aus England hat sein Leben (und das seiner Familie) innerhalb eines Jahres umgestellt. Ethisch und ökologisch ...
Ausführlich und gewohnt kritisch durchleuchtet das Greenpeace Magazin fast alle Fragen rund ums Thema Kleidung.
Der andere Einkaufsführer, der sich u.a. auch dem Thema Mode widmet. Der Autor grenzt sich stark gegenüber den klassischen "Ökos" ab, die seiner Ansicht nach "nicht sexy" sind.




