Verarbeitung: Farben
Ökologische Textilien herzustellen ist machbar. Problematisch wird es jedoch beim Färben. Man könnte meinen, dass Naturfarben hier die Lösung sind. Aber auch die haben Nachteile. So enthalten bestimmte Naturfarben gesundheitsschädigende Substanzen. Außerdem haften sie auf Baumwolle und Leinen meist nur schlecht, so dass diese vorbehandelt werden müssen. Dies geschieht mit der laut Greenpeace fraglichen sogenannten Metallbeize. Darüber hinaus bleichen Naturfarben meistens schneller aus als synthetische Farben.
Naturfarbstoffe werden in pflanzliche Farbstoffe (z. B. Indigo), tierische Farbstoffe (z. B. Purpur) und mineralische Farbstoffe (z. B. Erdfarben) unterteilt. Indigo wird heute allerdings fast immer synthetisch hergestellt. Dabei kommt das krebserregende Anilin zum Einsatz. Auch wenn das Endprodukt nicht krebserregend ist, ist synthetisches Indigo umstritten. Mit dem Bioboom in der Modebranche dürfte auch der Markt für natürliches Indigo nach und nach wieder wachsen. So bewirbt Levi's seine Eco Jeans damit, dass sie ausschließlich mit natürlichem Indigo gefärbt ist. Chemisch nachweisbar ist das jedoch nicht.
Eine Alternative zum Färben stellt Baumwolle dar, die von Natur aus farbig wächst. Es gibt sie allerdings nur in Braun- und Grüntönen.
Synthetische Farben
In der Modebranche werden heute überwiegend synthetische Farbstoffe verwendet. Für sie gibt es in Deutschland strenge Auflagen – noch nicht streng genug, so die Meinung einiger Experten. Es sind beispielsweise Azofarbstoffe verboten, die als krebserregend gelten. Andererseits werden Kunstfasern immer noch oft mit Dispersionsfarben behandelt, die Kontaktallergien auslösen können.
Sicherheit durch Gütezeichen
Für Farben in Textilien gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht. Allerdings sagen ökologische Gütezeichen schon etwas darüber aus, wie die Stoffe und Garne behandelt wurden.
Bei beiden Zertifikaten von Naturtextil sind die meisten Bestimmungen für Farbstoffe gleich streng: Erlaubt sind schwermetallfreie (nach ETAD*), toxikologisch unbedenkliche Naturfarbstoffe oder synthetische Farbstoffe, deren permanenter AOX-Gehalt (absorbierbare organisch gebundene Halogene) unter 1,0% liegt. Eine Ausnahme sind Blau-, Grün- und Türkisfarbstoffe, deren Kupfergehalt maximal 5% betragen darf. Beim strengeren Zertifikat IVN-Zertifiziert Best gibt es keine Ausnahme bei Kupfer. Bei beiden Gütesiegeln dürfen Formaldehyd und gesetzlich verbotene Azofarbstoffe, die krebserzeugende Amine abspalten, nicht benutzt werden. Metallkomplexfarbstoffe und Farbstoffe, die im fertigen Textil krebserzeugend oder allergisierend wirken können, sind ebenfalls verboten. Beim Textildruck sind nur Verfahren erlaubt, die auf Wasser oder natürlichen Ölen beruhen. Unzulässig sind Ätzdruckverfahren, aromatische Lösungsmittel und aminfreisetzende Azofarbstoffe. Färbereihilfsmittel müssen ebenfalls schwermetallfrei (nach ETAD*) sein, und der AOX-Gehalt muss unter 0,1% liegen.
* Ecological and Toxicological Association of the Dyestuffs Manufacturing Industry
Quellen und weitere Informationen
Eine gute Übersicht gibt es im Einkaufsratgeber Textilien Betrifft: Textilien, Einkaufsratgeber Textilien, verbraucherzentrale (kann kostenpflichtig bestellt werden – oder mal bei der Verbraucherzentrale vor Ort nachfragen)
Greenpeace Magazin 06/2006: Zu bunt getrieben
Schrot und Korn 07/1996: Farbige Baumwolle - Ganz ohne Schönfärberei
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (07.01.2007): Mode mit Moral
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