Hintergrund: Verarbeitung
Umweltschonend produzierte Rohstoffe sind die Grundlage für umweltfreundliche und gesunde Kleidung. Während es über die Rohstoffe und deren Gewinnung und Herkunft oft Informationen gibt, ist es für Verbraucher sehr viel schwieriger herauszufinden, wie die Textilien im Anschluss weiter verarbeitet wurden. 100% Biobaumwolle bedeutet nämlich noch nicht, dass bei der Verarbeitung auf umweltschädliche und reizende Farbstoffe oder Ausrüstungen verzichtet wurde. Unter Ausrüstungen versteht man chemische und mechanische Veredelungsmaßnahmen, um Textilien bestimmte positive Eigenschaften zu verleihen wie beispielsweise Fusselfreiheit. Nur, wenn auch diese Maßnahmen unter ökologischen Aspekten stattfinden, sollte sich ein Bekleidungsstück wirklich mit der Bezeichnung »Ökomode« schmücken.
In der Mode werden heute meistens synthetische Farben benutzt. Um was für Farbstoffe es sich genau handelt, ist für den Verbraucher nicht ersichtlich, da es dafür keine Kennzeichnungspflicht gibt. Dispersionsfarben in Kunstfasern können Kontaktallergien auslösen. Andere gesundheitsgefährdende Stoffe wie krebserregende Azofarbstoffe sind in Deutschland jedoch verboten. Trotzdem kommt es immer noch vor, dass Textilien, die mit solchen Farben behandelt wurden, durch Importe nach Deutschland gelangen. Vor allem bei schlechter Farbechtheit können Spuren dieser Farbstoffe über die Haut in den Körper eindringen.
Beim Färben von Textilien können Farbüberschüsse das Abwasser belasten.
Mit Hilfe von Ausrüstungen werden Textilien beispielsweise fusselfrei, geschmeidig, schmutzabweisend oder pflegeleicht gemacht. Spezielle Chemikalien können den Kleidungsstücken sogar eine antimikrobielle Ausrüstung oder den Schutz vor Motten und anderen Schädlingen verleihen. Diese verschiedenen Arten der Verarbeitung sind in Textilien nur zum Teil gekennzeichnet. Die meisten Ausrüstungen erfolgen durch eine chemische Behandlung. Es gibt jedoch auch mechanische und thermische Ausrüstungsverfahren.
Gütezeichen in Bezug auf umweltschonende Verarbeitung unter Berücksichtigung von Schadstofffreiheit/-armut im Endprodukt
» IVN zertifiziert NATURTEXTIL (mit oder ohne BEST)
» Öko-Tex Standard 1000 bzw. Öko-Tex Standard 100plus
Gütezeichen in Bezug auf Schadstofffreiheit/-armut im Endprodukt (umweltschonende Verarbeitung ist dabei nicht garantiert)
» Öko-Tex Standard 100
Quellen und weitere Informationen
Betrifft: Textilien, Einkaufsratgeber Textilien, verbraucherzentrale (kann kostenpflichtig bestellt werden – oder mal bei der Verbraucherzentrale vor Ort nachfragen)
Greenpeace Magazin 6/06: Zu bunt getrieben
Chemie in der zweiten Haut - Kann Kleidung krank machen (in: Wila inform, Juli 2001, Nr. 32)
Wenn Kleider krank machen (Artikel bei gesundheitstipps.ch
Kirsten Brodde: Saubere Sachen
Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt. Von einer Expertin auf diesem Gebiet, die u.a. für Greenpeace arbeitet.
Ausführlich und gewohnt kritisch durchleuchtet das Greenpeace Magazin fast alle Fragen rund ums Thema Kleidung. Neue Ausgabe 2009!
Hickman, Journalist bei der renommierten links-liberalen Tageszeitung Guardian aus England hat sein Leben (und das seiner Familie) innerhalb eines Jahres umgestellt. Ethisch und ökologisch ...



